Anubias barteri var. nana 'Jade' – Subtiles Leuchten im Pflanzenlayout
Die Anubias barteri var. nana 'Jade' ist eine außergewöhnlich elegante Zuchtform innerhalb der Anubias-Gruppe. Was sie besonders macht, ist ihre auffallend helle, fast pastellartige Färbung, die im Kontrast zu den üblichen, dunkelgrünen Blättern klassischer Anubias-Sorten steht. Diese subtile Leuchtkraft verleiht ihr eine ästhetische Sonderstellung in der Aquaristik. Ihre Blätter schimmern in einem zarten Limettengrün bis hin zu einem hellen Gelbgrün, was in naturnahen Layouts wie auch in minimalistischen Aquascapes gleichermaßen für visuelle Tiefe und Kontrast sorgt.
Botanische Einordnung und Ursprung der Zuchtform
Die 'Jade' ist eine Kulturform der bekannten Anubias barteri var. nana, deren Ursprung in den tropischen Regionen Westafrikas liegt. Während die Wildformen in schattigen Flussläufen gedeihen, wurde die 'Jade'-Variante in spezialisierten Wasserpflanzengärtnereien durch gezielte Selektion gewonnen. Dabei stand die Aufhellung der Blattfarbe im Vordergrund. Anders als einige Hybride bleibt sie genetisch stabil und behält ihre charakteristische Färbung auch über viele vegetative Generationen hinweg bei. Trotz ihrer Zuchtform-Herkunft zeigt sie die gleichen ökologischen Anpassungen wie ihre Wildform – langsam wachsend, ausgesprochen widerstandsfähig und mit einem ausgeprägten Toleranzbereich gegenüber Licht, Wasserwerten und Temperaturen.
Blattform, Färbung und Wuchsverhalten im Detail
Die Blätter der Anubias 'Jade' sind rundlich bis oval, mit einer glatten, fast wachsartigen Oberfläche. Je nach Lichtintensität variiert die Farbgebung zwischen einem klaren Frühlingsgrün und einem leichten Elfenbeinfarbton mit grünlichem Unterton. Die Blattadern sind zart gezeichnet, meist nur leicht sichtbar, was die homogene Farbwirkung noch verstärkt. Die Stiele bleiben relativ kurz, wodurch die Pflanze stets eine gedrungene, bodennahe Wuchsform beibehält. Das Rhizom wächst kriechend und verzweigt sich willig, sodass sich mit der Zeit ein kompakter, dichter Bestand bildet. Die Blattgröße liegt meist bei 2–4 cm in der Länge, wodurch die 'Jade' auch in kleineren Aquarien oder Nano-Becken ihre volle Wirkung entfaltet.
Pflege, Beleuchtung und Wasserparameter
Die Kultivierung der Anubias 'Jade' gilt als unkompliziert. Ihre Lichtansprüche sind moderat; ein Platz im Halbschatten wird bevorzugt. Bei zu starker Beleuchtung kann es vermehrt zur Bildung von Punktalgen auf den Blättern kommen – ein Problem, das sich durch gute Strömung und gezielte Platzierung leicht vermeiden lässt. Auch Schattenbereiche unter größeren Pflanzen oder Wurzelstrukturen eignen sich hervorragend. In gut beleuchteten Aquarien mit ausgeglichenem Nährstoffhaushalt behält sie dennoch ihre helle Färbung und zeigt einen leicht beschleunigten Wuchs.
In Bezug auf Wasserwerte zeigt sich die Pflanze sehr tolerant. Sie gedeiht sowohl in weichem als auch in mittelhartem Wasser bei einem pH-Wert von etwa 5,5 bis 8. Die Temperaturtoleranz reicht von 20 bis etwa 28 °C, wobei sie auch in unbeheizten Becken bei Zimmertemperatur vital bleibt. Eine COâ‚‚-Düngung ist nicht notwendig, kann aber in gut versorgten Becken den Wuchs begünstigen. Die Zugabe von Flüssigdüngern, insbesondere eisenarmen Mikronährstoffpräparaten, kann helfen, die helle Farbe zu stabilisieren. Eine Überversorgung mit Eisen sollte vermieden werden, da sich sonst die Blätter dunkelgrün verfärben können – was bei dieser Sorte als Verlust eines ästhetischen Merkmals gewertet wird.
Strömung, Positionierung und Integration in Layouts
Die 'Jade' bevorzugt – wie alle Anubias – eine moderate bis leicht stärkere Strömung, die ihre Blätter sanft bewegt und dabei Biofilme oder Algenbesatz reduziert. In stark bewegtem Wasser kann sie ebenfalls verwendet werden, sofern das Rhizom gut verankert ist. Die Platzierung erfolgt idealerweise auf harten Oberflächen wie Lavagestein, Wurzeln oder Schieferplatten. Hier lässt sich das Rhizom mit Pflanzenkleber oder Nylongarn fixieren. Nach wenigen Wochen beginnen die Haftwurzeln, sich selbstständig am Untergrund zu verankern.
Im Aquascaping eignet sich die Anubias 'Jade' besonders als akzentuierender Vorder- oder Mittelgrundbewuchs. Ihr heller Ton setzt zwischen dunklem Hardscape oder kräftig gefärbten Pflanzen klare Kontraste. Auch als Teil von Mooslandschaften, in Kombination mit Bucephalandra oder farnartigen Aufsitzern, entfaltet sie ihre Wirkung. Selbst in Iwagumi-Layouts kann sie punktuell als Farbtupfer eingesetzt werden, ohne das reduzierte Design zu stören.
Vermehrung und Pflege im Langzeitbetrieb
Die vegetative Vermehrung erfolgt ausschließlich durch Teilung des Rhizoms. Sobald dieses mehrere Zentimeter Länge erreicht hat und ausreichend Blätter trägt, kann es mit einer scharfen Klinge getrennt werden. Wichtig ist, dass jeder Abschnitt mindestens zwei gesunde Blätter aufweist. Neue Austriebe erscheinen direkt aus dem Rhizom und wachsen relativ langsam – meist nur ein bis zwei neue Blätter pro Monat unter optimalen Bedingungen. Ein Umtopfen oder Umsetzen verträgt die Pflanze problemlos, solange das Rhizom nicht beschädigt wird.
Dank ihres langsamen Wachstums bleibt die Pflege auch langfristig minimal. Ein gelegentliches Entfernen alter oder beschädigter Blätter reicht meist aus. Die 'Jade' ist äußerst resistent gegenüber typischen Fressfeinden wie Garnelen oder pflanzenfressenden Fischen, was sie auch für Becken mit anspruchsvolleren Mitbewohnern interessant macht.
Verwendung außerhalb des Aquariums
Wie andere Anubias-Arten lässt sich auch die 'Jade' emers kultivieren. In feuchtwarmen Terrarien, Paludarien oder Wabi-Kusa-Setups mit hoher Luftfeuchtigkeit entfaltet sie eine besonders dekorative Wirkung. Die Blätter erscheinen dort oft noch etwas heller, fast transluzent, was sie zu einem Blickfang in jeder feucht-tropischen Umgebung macht. In der emersen Kultur ist der Wuchs etwas kräftiger, wobei die Pflanze auch dort vergleichsweise langsam bleibt.
Temperatur: | 22-28 |
Schwierigkeit: | einfach |
Wuchshöhe: | 10 |
Wachstumsgeschwindigkeit: | langsam |
CO2 Bedarf: | gering |
Lichtbedarf: | gering (ca. 20 lm/L) |
Herkunft: | Kultivar |
Pflanzentyp: | Rhizom / Kriechspross Aufsitzer |
Wabikusa / emers: | Ja |